Stadt Bottrop: Wärmeplan soll Investitionssicherheit stärken

Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer müssen ihre Heizungsanlagen auf klimaneutrale Technik umstellen. Dabei werden sie von der Stadt unterstützt. Das Gebäudeenergiegesetz schreibt vor, dass neue Heizungsanlagen nach dem 30. Juni zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Fossile Gas- und Ölheizungen dürfen danach nicht mehr eingebaut werden.

In einem ersten Schritt zur Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung wurde in einer Videokonferenz über die kommunale Wärmeplanung informiert. „Es ist eine Pflichtaufgabe aller Gemeinden. Ziel ist, bis 2045 klimaneutral zu sein“, sagt der Technische Beigeordnete Klaus Müller. In einer interkommunalen Zusammenarbeit erstellen Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop abgestimmte Wärmepläne, die eine Orientierung für Investitionen in die Heizungsanlagen bieten.

Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessierten sich für die Ausführungen von Hendrik Adrian und Andreas Weissenbrunner vom Planungsbüro Conergy, das den kommunalen Wärmeplan erstellt. Konkrete Antworten, welche Heizungstechnik individuell die optimale ist, konnten die Energieexperten nicht geben. „Wir erstellen eine strategische Planung auf einer hohen Flugebene“, sagte Hendrik Adrian. Dafür wurden die Siedlungsgebiete analysiert und Prognosen für den Ausbau wirtschaftlicher Heiztechniken abgeleitet.

So rechnen die Planer zwar mit einem Zuwachs der Fernwärme, allerdings müssen dafür einige Voraussetzungen erfüllt sein. „Ein Meter Fernwärmeleitung kostet zwischen 3.500 und 4.000 Euro“, erklärte Andreas Weissenbrunner. Es sei also damit zu rechnen, dass das bestehende Netz in Siedlungsgebieten eher verdichtet, als dass das Versorgungsnetz großflächig erweitert werde. Auch bei der Nutzung von Biogas und Wasserstoff sind die Planer skeptisch, da diese Energieträger nicht in ausreichender Menge bereitgestellt werden können beziehungsweise industriell genutzt werden.

Für einen Großteil der Haushalte rechnen die Fachplaner von Conergy mit der Umstellung auf Wärmepumpen. Mit Hilfe der Umgebungswärme wird bis zu viermal so viel Wärmeenergie produziert, wie elektrische Energie verbraucht wird. In der kommunalen Wärmeplanung gehen die Fachleute deshalb davon aus, dass die gesamte Energiemenge, die für Wärme genutzt wird, schrittweise sinkt.

Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer drehten sich vor allem um die Wärmepumpentechnik. Sie interessierten sich, welche energetischen Voraussetzungen gegeben sein müssen, ob die Netzinfrastruktur genügend Strom bereitstellen kann und wie teuer eine Anlage ist. Grundsätzlich ist jedes Gebäude für Wärmepumpen geeignet. Allerdings richtet sich die Dimensionierung nach dem Sanierungszustand und der Art der eingebauten Heizkörper. Für Bottrop stellen die Energieexperten fest, dass der Stromnetzausbau weit fortgeschritten ist. Sie rechnen nicht damit, dass die Infrastruktur zu Engpässen führt. Für Einfamilienhäuser müssen die Eigentümerinnen und Eigentümer mit Investitionen von 35.000 Euro rechnen, so Hendrik Adrian. Unterstützt werden sie aber durch Förderungen, so dass am Ende die Hälfte eingespart wird.

Im nächsten Schritt wird der kommunale Wärmeplan im März offengelegt. Dann erfolgt die Beratung in den Gremien. In seiner Sitzung am 7. Juli soll der Rat dann abschließend darüber entscheiden.

(c) Text: Stadt Bottrop, Symbolbild: Stadt Bottrop

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