
Reinhard Wieczorek ist überraschend gestorben. Bottrops bekannter Maler wurde 73 Jahre alt.
Wieczorek hat die Kunstszene der Stadt geprägt wie nur wenige vor ihm. Er entwickelte einen eigenen Stil. Mit seinem schwungvollen Pinselstrich scheinen die Objekte und Figuren auf der Leinwand zu explodieren. Die oft großformatigen Bilder vermitteln nicht die präzise Wiedergabe von Details, sondern vermitteln die emotionale Wucht des Entstehungsprozesses. Mit Asche, Lack, Teer, Pigmenten, Acryl und Öl gab er seinen Werken zusätzlich eine haptische Struktur.
Während seines 1981 beendeten Studiums trat er an der Kunstakademie in Düsseldorf so selbstbewusst auf, dass ihm der Spitzname „Malerfürst“ zufiel; ein „Titel“, den er mit viel Selbstironie weiter pflegte. Für Menschen, die ihn kannten, war er einfach „Reini“. Seine Verbundenheit zu Bottrop war für ihn immer selbstverständlich. Hier wurde er 1953 geboren. 1972 machte er Abitur am alten Jungengymnasium. Er war Mitglied des Bottroper Künstlerbundes. Sein Atelier in Grafenwald hat er jungen und engagierten Leuten geöffnet, um sie bei ihrem Eintritt in die Kunstwelt zu unterstützen.
Wieczorek präsentierte seine Kunst in ganz Deutschland. Bottrop blieb dabei sein Fundament. Mit seinen Ausstellungen stieß er auf hohes Interesse. Die Bottroperinnen und Bottroper waren stolz auf ihren „Malerfürsten“. Zuletzt waren seine Arbeiten im Januar vergangenen Jahres in der Ausstellungshalle B12 zu sehen. Bereits 1995 wurde er mit dem Kulturpreis der Stadt ausgezeichnet.
„Reinhard Wieczorek hat die Welt bunter gemacht. Allein durch seine Bilder wird er in bleibender Erinnerung sein. Wir verlieren einen beeindruckenden Künstler und einen großartigen Menschen“, sagt Oberbürgermeister Matthias Buschfeld. Sein Mitgefühl gilt der Familie und den Hinterbliebenen.
(c) Text/Foto: Stadt Bottrop